Les Plaisirs - Rekonstruktion

Ornament

Wie werden die Tänze rekonstruiert?

Quellen

Zur Rekonstruktion der Tänze werden zeitgenössische Quellen verwendet.

Im Lauf der Geschichte haben es die Menschen immer wieder für wichtig erachtet, die Tänze ihrer Epoche aufzuschreiben, weshalb sie für die Nachwelt erhalten geblieben sind. Dabei dürften neben einem genuinen Interesse an der Überlieferung und Erhaltung einer Kunstform meistens auch wirtschaftliche Interessen und nicht zuletzt das damit verbundene Prestige eine Rolle gespielt haben. Meist sind die erhaltenen Tanzschriften bei den besten Verlagshäusern ihrer Zeit und in aufwendigen Ausgaben erschienen.

Als Beispiele wären hier Thoinot Arbeaus "Orchesographie" von 1589 und die venezianischen Drucke der Tanzbücher von Fabritio Caroso und Cesare Negri zu nennen.

Unterschiedliche Vorgehensweise bei der Beschreibung eines Tanzes

Die Tanzschriften sind manchmal recht leicht zugänglich, wenn sie präzise beschreiben, wie die Bewegungen und Raumwege auszuführen sind. Es gibt jedoch auch Tanzschriften, die sich einer Rekonstruktion hartnäckig entziehen. Außerdem sind auch die Vorgehensweisen bei der Beschreibung der Tänze höchst unterschiedlich.

Eine Möglichkeit besteht darin, mit Worten die Schritte, Aktionen, Gesten usw. auszudrücken, die man für einen bestimmten Tanz ausführen muss. Zusammen mit der entsprechenden Musik kann sich hieraus eine verständliche Beschreibung des Tanzes ergeben. In diesem Fall ist dann eine Rekonstruktion des Tanzes möglich.

Beispiele hierfür sind die Tanzbeschreibungen von Domenico di Piacenza aus der Mitte des 15. Jahrhunderts, bei denen es sich um die frühesten für uns rekonstruierbaren Tanzbeschreibungen handelt. (Siehe auch Was ist Quattrocento?) Auch die Tanzbücher des 16. Jahrhunderts (Siehe auch Was ist Cinquecento?) gehen so vor. An einer Stelle werden die auszuführenden Schritte mit Schrittbezeichnungen definiert. In der Beschreibung der Tänze werden diese Bezeichnungen dann verwendet, um ganze Choreographien zu wiederzugeben.

Eine andere Möglichkeit ist die Entwicklung einer Tanzschrift. Wieder werden die Schritte an einer anderen Stelle definiert, dann wird jedoch den Schritten ein Symbol bzw. eine Kombination von Symbolen zugeordnet. Die Beschreibung des eigentlichen Tanzes besteht dann aus einer Folge von Bildtafeln mit darauf abgebildeten Symbolen, aus denen dann der Tanz zu lesen ist. Ein Beispiel hierfür die von Beauchamp in der Mitte des 17. Jahrhunderts entwickelte Tanzschrift, deren Veröffentlichung wir Feuillet zu verdanken haben. Diese Notation wird deshalb auch als "Feuillet-Notation" bezeichnet. (Siehe auch Was ist Barocktanz?).

Wie komme ich zu meiner Rekonstruktion?

Es gibt nur wenige Bücher, die einem Laien detailliert beschreiben, wie ein Tanzstil ausgesehen hat und wie die entsprechenden Quellen zu lesen sind. Ein Beispiel hierfür ist Wendy Hiltons Buch "Dance and Music of Court and Theater" über Tanz am Übergang vom 17. zum 18. Jahrhundert. Hilton beschreibt detailliert nicht nur, was es für Tänze gibt, sondern auch wie sie notiert sind und wie sie zu üben und schließlich auszuführen sind.

Meistens ist man aber darauf angewiesen, selbst die Quellen zu studieren.

In unserer Bibliographie sind einige Quellen aufgeführt. Inzwischen sind auch viele davon online zugänglich.

Man suche sich einen Lehrer

Für die gebräuchlichen Tanzepochen hat sich in den meisten Fällen ein bestimmter Stil entwickelt, der von den einschlägigen Lehrern gepflegt wird. Dieser Stil unterliegt jedoch ständigen Weiterentwicklungen und fortlaufenden Veränderungen.

Man gehe auf Kurse

Wenn man sich eingehender mit historischen Tänzen und ihrer Rekonstruktion befassen will, so empfiehlt es sich, auf Kurse zu gehen die unter anderem an den Einrichtungen angeboten werden, die unter Links aufgeführt sind.

Man komme zu unserem Übungsabend

Schließlich sei hier noch einmal auf unseren wöchentlichen Übungsabend hingewiesen.

Noch Fragen?

aktualisiert am: 03.11.2010